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Alt Samstag, 29. Mai 2010, 12:56   #1
Administrator
 
Benutzerbild von Ralf
 
Registriert seit: 14.06.2007
Ort: Das Herz des Ruhrgebiets
Beiträge: 9.800
Standard Ein Lächeln nur (Untertitel: Schenk mir ein Lächeln)



Hallo Ihr Lieben,

inspiriert von Helgas "Das freundliche Gesicht" möchte ich euch heute ein Gedicht vorstellen, das ich schon 1996 geschrieben habe und das eines meiner absoluten Lieblingsgedichte ist.

Ein Lächeln nur

Schenk mir ein Lächeln,
du wirst sehn,
wie jede Mauer fällt,
siehst von mir lautlos den Nebel verwehn,
der grad mein Gesicht noch entstellt.

Entstellt, so wie all die anderen Masken,
die bei uns und um uns und neben uns stehn,
die versteinert den eigenen Pfad nur noch hasten
und sich eilen uns aus dem Wege zu gehn.

Hinter harten Fassaden mit Zügen aus Stahl,
die wirken wie Schluchten, die unüberwindbar,
stürzen sie sich in verzichtbare Qual
im Glauben, daß Fluchten heraus unauffindbar.

Und in uns da wächst eine hilflose Wut,
die uns den Blick auf die Lösung verstellt,
die in uns verschließt jenen wichtigen Mut,
für den einfachen Schritt, der unsre Mienen erhellt.

Schenk uns ein Lächeln, du wirst sehn,
wie unsre Mauer fällt,
siehst von uns jenen Nebel verwehn,
der unsre Gesichter entstellt!

1996

Liebe Grüße

Ralf
__________________
Wir sollten uns selbst und alles andere nicht ZU ernst nehmen.
Das Leben ist oft ernst genug zu uns!

Wirklich frei ist man erst dann,
wenn man dem Leben
seinen eigenen Stempel aufdrücken kann!


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Alt Samstag, 29. Mai 2010, 14:00   #2
Lil
Erfahrener Bewohner
 
Benutzerbild von Lil
 
Registriert seit: 02.10.2009
Beiträge: 1.788
Standard

Ich schenke dir/uns nicht nur ein lächeln.

Gerade vor kurzem stöberte ich im PR. herum und habe ganz viele Gedichte-Schätze gefunden. Und nun holst du eines davon hervor. Hoffentlich bist du nicht gerade heute am aufräumen und lässt alte Schätze leuchten?! Aber schlimm wäre es nicht, im Gegenteil. Dann könnten wir wieder mehr von dir lesen.

Lg. Lil
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Das Machen schlechter Gedichte ist noch viel beglückender als das Lesen der allerschönsten.
(Hermann Hesse)
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Alt Samstag, 29. Mai 2010, 15:35   #3
Sigrun
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Beitrag gelöscht
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Alt Samstag, 29. Mai 2010, 15:48   #4
Erfahrener Bewohner
 
Benutzerbild von Renate Tank
 
Registriert seit: 17.02.2009
Beiträge: 4.823
Standard

Hallo Ralf,

dieses Gedicht von Dir hat es mir auch angetan.
Ausgesprochen gut gefällt mir hier auch Deine
Wortwahl und die große Wahrheit, die darin liegt.
Obzwar wir ja alle wissen, wie schön ein Lächeln
ist, das wir geschenkt bekommen, so sind wir
doch manchmal recht knauserig und lassen uns
viel zu sehr von unseren eigenen Stimmungen
beeinflussen.
Es ist schon richtig selten geworden, so dass uns der
Mensch, der so ein schönes Lächeln geschenkt hat,
lange nicht aus dem Kopf geht. Mir zumindest geht
es dann so, und ich denke gern daran, denn man
spürt ja auch die Echtheit eines Lächelns. Also, da
wollen wir uns doch mal wieder mehr besinnen und
es auch in die Tat umsetzen - zur Freude des anderen!

Liebe Grüße, Renate
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Es gibt Menschen, wenn man sie "lesen" durfte, da möchte man ein "Eselsohr" sein, um immer ganz nah' in ihrem "Buch" bleiben zu können. (Renate Tank)
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Alt Samstag, 29. Mai 2010, 20:56   #5
Administrator
 
Benutzerbild von Ralf
 
Registriert seit: 14.06.2007
Ort: Das Herz des Ruhrgebiets
Beiträge: 9.800
Standard

Liebe Lil.
Liebe Sigrun,
Liebe Renate,

eigentlich ist es ja (ganz ehrlich) nicht meine Intention, frühere Gedichte, die schon lange ihren Weg in den PhantasieRaum gefunden haben, auch noch im Forum unterzubringen...

In diesem Fall hat mich aber - wie Eingangs geschrieben - das Gedicht von Helga irgendwie motiviert!

Und wenn ich eure schönen Kommentare lese, so war es denn sicherlich nicht falsch entschieden. Dennoch, liebe Lil, kann ich dich beruhigen: Ich werde heute keine alten Gedichte mehr einstellen... Und auch zukünftig wird es eher die absolute Ausnahme bleiben.


Da ihr meine Intention wunderbar auf den Punkt gebracht habt, bleibt mir eigentlich nicht mehr, als mich für eure Kommentare zu bedanken...

...und vielleicht noch einen Gedanken zum Hintergrund bzw. zur Entstehung des Gedichtes zu äußern.

Ich arbeite in einem Hochhaus, in dem viele Menschen beschäftigt sind. Morgens fährt man mit dem Aufzug aus der Tiefgarage auf die jeweilige Etage auf der man sein Büro hat. So geschieht es, dass man sehr oft im Aufzug auf Menschen trifft, die man so gut wie nicht kennt. Was muss ich sagen?! MORGENS! Noch nicht richtig wach, schlecht gelaunt, weil der ganze Arbeitstag noch vor einem liegt...

So brummte man sich dort zumeist ein kurzes "Guten Morgen" zu und das wars.

Irgendwann begann ich damit, die Menschen nett anzulächeln und einen Spruch über das Wetter, über die Straßensituation oder etwas anderes Belangloses hinzuzufügen. Nicht selten kam man hierdurch in ein kurzes aber nachhaltiges Gespräch. Nachhaltig, weil man den Schwung einiger netter Worte ins Büro mitnahm und so einen völlig anderen Start in den Tag hatte.

So einfach ist das!

Und doch so schwer!

Weil man immer wieder seinen eigenen Schweinehund überwinden muss!

Liebe Grüße

Ralf
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Ralf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Samstag, 05. Juni 2010, 06:23   #6
Erfahrener Bewohner
 
Benutzerbild von Silent_Tears
 
Registriert seit: 01.09.2009
Ort: da wo man auch Platt schnackt
Beiträge: 2.634
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Hallöchen lieber Ralf!

Also ich hätte da wirklich nix gegen, wenn Du noch mehr sooo wunderbare Schätze findest!
Einfach tolle Zeilen..mit ganz viel Wahrheit

Zitat:
Hinter harten Fassaden mit Zügen aus Stahl,
die wirken wie Schluchten, die unüberwindbar,
stürzen sie sich in verzichtbare Qual
im Glauben, daß Fluchten heraus unauffindbar.


ganz liebe Grüße

Wonni
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**Behandle jeden Menschen so, wie Du selbst gerne behandelt werden möchtest**
~Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt~

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Alt Samstag, 05. Juni 2010, 07:38   #7
Administrator
 
Benutzerbild von Ralf
 
Registriert seit: 14.06.2007
Ort: Das Herz des Ruhrgebiets
Beiträge: 9.800
Standard

Liebe Wonni,

schön, dass du dich mal wieder zu Wort meldest

Viele Dank für dein Lob!

Zu den Zeilen, die du zitierst:

Fluchten heraus sind immer auffindbar

Liebe Grüße

Ralf
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Ralf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Samstag, 29. September 2012, 02:15   #8
Erfahrener Bewohner
 
Benutzerbild von Waltraude
 
Registriert seit: 23.08.2012
Ort: Stuttgart
Beiträge: 1.782
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Schenk uns ein Lächeln, du wirst sehn,
wie unsre Mauer fällt,
siehst von uns jenen Nebel verwehn,
der unsre Gesichter entstellt!

Lieber Ralf, das ist so schön, ich musste den Vers herauskopieren, obwohl das ganze Gedicht
mich zum Lächeln gebracht hat
Einen Teil von dem Lächeln werde ich bestimmt heute mit mir herumtragen.

Waltraude
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Ich will künftig versuchen, bewusster zu leben
dem Tag begegnen, dass er wichtig mir scheint,
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Stichworte
gedichte , harte fassaden , lächeln , mauern , mut , nebel , schenken , unüberwindbare schluchten , versteinerte gesichter

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