Es war 1995 oder ein Jahr davor oder danach. So genau weiß ich es nicht mehr. Man erlebte einen der heißesten Sommer, den es je auf Mallorca gegeben hatte. Und meine Frau und ich mittendrin! "Urlaub" nennt man so was wohl. Aber eigentlich versteht man unter Urlaub etwas anderes.
Seit unserer Ankunft nach beschwerlicher Anreise schwitzten und vegetierten wir vor uns hin. Seit 14 Tagen legte sich schwere drückende Hitze auf unser Gemüt. Der Gang zum etwa einen Kilometer entfernt liegenden Strand am ersten Tag nach unserem Eintreffen blieb ein Einmalerlebnis. Schon nach zwei Stunden hatten uns brennend heißer Sand, nach Kokosmilch riechende Touristen und brennende Feuerquallenbisse vollständig entnervt.
Seitdem zogen wir es vor, an den verdreckten Pools der Touristikanlage herumzuliegen und uns gegen die Möchtegern-Gute-Laune-Animateure zu erwehren. Nein, wir wollten nur noch unsere Ruhe. Zu allem anderen fehlte bei diesen Temperaturen mit höchster Luftfeuchtigkeit einfach die Kraft!
Decken wir den Mantel des Schweigens über all die anderen furchtbaren Dinge, wie des nachts herumgrölende betrunkene Engländer, zu kalter Kaffee und zu kross gebratene Brötchen, sowie ekelerregende Mahlzeiten aus der Einheitskantine. Halten wir fest: es war eine grauenhafte Zeit!
Wenn nicht, ja, wenn da nicht dieses eine unglaubliche Erlebnis gewesen wäre, das in mir bis heute nachhallt!
Naturgemäß gingen meiner Frau und mir bei all diesen Widrigkeiten auch der Sinn für Lust und Erotik vollständig verloren. Eigentlich hatten wir diese Reise nicht zuletzt deshalb angetreten, um unser Liebesleben zu reaktivieren und wieder auf Vordermann zu bringen. Aber abgesehen von einem kleinen Quickie am ersten Abend in unserem frisch bezogenen Zimmer blieb Sex etwas, über das wir weder nachdachten noch sprachen und das wir erst recht nicht praktizierten. Selbst der Blick auf die eine oder andere Bikinischönheit an den Pools erregte kaum meine Aufmerksamkeit, geschweige denn, dass sich bei mir in den unteren Regionen irgendetwas regte.
In dieser absolut tristen Stimmung beschlossen wir, bei einem Busreiseunternehmen eine kleine Ausflugsfahrt zu buchen, die uns unter anderem in die berühmten Drachenhöhlen führen sollte. Wir hatten gehört, dass es sich hierbei um Tropfsteinhöhlen handelte, und dabei natürlich sofort die Assoziation von Eis und angenehmer Kühle.
Schon morgens um 9 mussten wir uns in eine Schlange der auf den Bus Wartenden einreihen und nach cirka 30 Minuten, die uns wie eine Ewigkeit vorkam, waren wir trotz absolut spärlicher Bekleidung (T-Shirt und kurze Hose) bereits durchgeschwitzt und auf einem neuen Grad des Entnervtseins angelangt. Wir sehnten nur noch ein modernes Gefährt mit Klimaanlage herbei, das - wie man uns versicherte - nun in wenigen Minuten ankommen sollte.
Nachdem weitere zehn Minuten vergangen waren, erreichte uns tatsächlich endlich ein Bus, der aber alles andere als modern aussah. Es war vielmehr einer jener abgehalfterten Linienbusse, die zuhauf kreuz und quer über die Insel rasten und die Straßen unsicher machten. Man entschuldigte sich dafür, dass der vorgesehene Reisebus eine Panne hätte und wir deshalb auf den Komfort einer Klimaanlage verzichten müssten. Aber man versprach uns, dass die Höhlen uns hierfür vollständig entschädigen würden.
Nach etwa einer Stunde Fahrt in diesem Gefährt in stickiger heißer Luft, geschwängert durch die Ausdünstungen vieler Transpirierenden glaubten wir allerdings nicht mehr, dass uns noch irgendetwas für das soeben durchlebte entschädigen könnte.
Doch es kam anders (zumindest was meine Person anbetraf)
Als wir endlich an der Höhle angekommen waren, betraten wir zusammen mit den anderen uns allesamt unbekannten Mitgliedern unserer nur für diesen einen Tag zusammengestellten Reisegruppe die Höhle. Als uns das Sonnenlicht verließ, wurde es kalt. Es fröstelte mich. Aber nur für kurze Zeit. Dann hatte ich mich an die im Gegensatz zu draußen angenehmen Temperaturen gewöhnt. Zum ersten mal seit über zwei Wochen hatte ich wieder ein gutes Körpergefühl.
Wir folgten den vorgeschriebenen Pfaden und betrachteten die großen Stalagmiten und Stalaktiten. Auf mich hatten sie in diesem Moment eine leicht erotisierende Wirkung. Irgendwie schienen mir einzelne Eisskulpturen phallischen Figuren ähnlich zu sein. Die gesamte Atmosphäre übte eine seltsame, nicht unmittelbar nachvollziehbare Wirkung auf mich aus. Vor uns gingen drei junge Damen, die leise miteinander tuschelten. Zwei trugen sehr kurze Hotpants, die dritte, ein sehr hübsches schwarzhaariges Mädchen, einen sehr kurzen Rock. Ich konnte mich nicht dagegen wehren, einen Blick auf ihre wohlgeformten Beine zu werfen. An den nackten Füßen trug sie Flip Flops und man hörte die Gummiflächen bei jedem ihrer Schritte leicht gegen die Fußsohlen schlagen. Gemischt mit den diffizilen Geräuschen des überall herabtropfenden Wassers ergab das eine fast bizarre Geräuschkulisse. Ich nahm kaum noch etwas von den eisigen Schönheiten, die die Natur hierher gezaubert hatte, wahr. Nein, mich elektrisierte fast nur noch jene andere Schönheit, die ebenfalls die Natur gezaubert hatte. Und ich bemühte mich, den drei Damen möglichst nahe zu bleiben.
Es waren wohl nicht mehr, als fünf Minuten vergangen, als der Gang in einer großen, nur leicht erleuchteten Höhle mündete.
Etwa eine Sekunde, nachdem ich mich gesetzt hatte, spürte ich, wie sich jemand rechts neben mir niederließ. Ich habe mich später immer wieder gefragt, was mich damals dazu bewegt hatte, meine Augen weiterhin starr schräg links auf den See gerichtet ruhen zu lassen und nicht zumindest einen kurzen Blick nach rechts zu werfen, um zu schauen, wer sich denn dort neben mich gesetzt hatte. Bis heute habe ich keine Antwort auf diese Frage gefunden. Ich bin mir aber sehr sicher, dass es nicht ausschließlich die Schönheit des Sees war, sondern vielmehr eine nicht erklärbare Intuition.
Kurz nachdem die Person, deren angenehm süßlichen Parfümduft ich entnehmen könnte, dass es sich um eine Dame handeln musste, sich neben mich gesetzt hatte, berührten sich für Sekundenbruchteile unsere beiden nackten Waden. Es war, als ob ein leichter Stromschlag durch mein Bein zuckte. Ich glaubte sogar, in diesem Moment ein leises Knistern gehört zu haben. Blitzartig katapultierte ich mein Bein von ihrem weg. Ein seltsames Gefühl übermannte mich. Meinen Kopf hielt ich weiterhin starr nach links gerichtet, so als wollte ich in keinem Fall die Illusion zerstören, die sich nun Schritt für Schritt in meiner Phantasie aufbaute: ich stellte mir vor, dass SIE es war. SIE, jenes etwa 18 Jahre alte hübsche Geschöpf mit wallender Schwarzer Lockenpracht, Flip Flops an den Füßen und nur mit einem kurzen Stofffetzen verdeckten nackten Beinen. Ich WOLLTE, dass sie es war!
Langsam, ganz langsam ließ ich mein rechtes Bein ein kleines Stückchen nach rechts wandern. So weit, bis meine Wade wieder die Berührung nackter Haut verspürte. Nun zuckte ihr Bein zur Seite!
Für eine Sekunde war ich enttäuscht. Hatte ich doch seltsamer Weise zu hoffen gewagt, dass sie dieser zweiten Berührung genauso sehr entgegensehnte, wie ich.
Ich ließ mein Bein in der zuvor erreichten Position stehen. Würde sie mir wieder entgegen kommen? Würde sie nun eine Berührung suchen?
Ich wartete. Fünf, sechs, sieben Sekunden. Nichts geschah. Aus der Ferne ertönte zunächst sehr leise, dann immer lauter werdende Klassische Musik. Ich erkannte sie nicht. Sie interessierte mich auch nicht, in diesem Moment. Weil ich mit jeder Faser meiner Nerven auf eine erneute Berührung wartete. Doch nichts geschah.
Für einen kurzen Augenblick war ich geneigt, enttäuscht aufzugeben. Doch das erotische Spiel hatte mich bereits zu sehr erfasst. Ich wollte es mit hoher Intensität und schob mein gesamtes Bein ein weiteres Stückchen nach rechts. Es war klar, dass ich sie irgendwann berühren musste. Sie konnte gar nicht ausweichen. Zu eng waren die Bänke gefüllt! Nach wenigen Millimetern erreichte mein nackter Oberschenkel den ihren. Ihre nackte Haut war angenehm warm. Doch ich spürte den Schenkel nur für den Bruchteil einer Sekunde. Dann entzog sie ihn mir wieder, indem sie ein weiteres Stückchen von mir abrückte.
Erneut erfasste mich Enttäuschung. Zeitgleich wurde die Musik langsam lauter. Aus den Tiefen der Höhle näherten sich kleine Boote mit Musikern an Bord. Die Musik aus den kleinen Lautsprechern vermischte sich harmonisch mit den auf den Instrumenten life erzeugten Tönen. Meine Bereitschaft, mich auf diese Art von Genüssen einzulassen stieg im Anbetracht der Tatsache, dass mir weitergehende Schritte, mich der neben mir sitzenden Dame zu nähern, als zu riskant erschienen. Wenn sie nicht wollte, würde sie mir unter Umständen eine Szene machen und das wäre vor all diesen Menschen und mit meiner Frau an meiner rechten Seite fatal gewesen. Ich ließ mein Bein allerdings in der vorher ereichten Position stehen und zog es nicht zurück.
Plötzlich spürte ich eine leichte Berührung an meinem Oberschenkel. Ich erschrak, weil ich nicht mehr damit gerechnet hatte und bewegte ihn ein kleines Stück nach links, sodass der Kontakt verloren ging. Ich überlegte, dass sie vielleicht nur ihre alte Stellung zurückerobern wollte, weil es ihr zu eng geworden war, und hielt mich zunächst zurück.
Aber erneut spürte ich einen leichten Hautkontakt. Sie hatte ihren Schenkel noch ein weiteres Stück näher zu mir geschoben. Die kleinen Boote auf dem See näherten sich weiter dem Ufer, die Musik wurde lauter. Trotz der angenehmen Kühle spürte ich, wie sich langsam Schweißperlen auf meiner Haut zu sammeln begannen. Eine leichte Nervosität baute sich in mir auf.
Nun schob ich meinen Schenkel wieder ein Kleines Stück weiter nach rechts. Wir berührten uns. Haut an Haut verharrten wir aneinander. Sie zog ihr Bein nicht wieder zurück, sondern ließ es, fast trotzig erscheinend, in der gewählten Position verharren. Wärme erfasste meine Haut, Hitze meine Sinne. Mir schien es, als spielten wir ein erotisches Machtspiel, in dem keiner seine gewonnenen Raum Preis geben wollte, aber zugleich die Berührung der fremden Haut genoss. Ich drückte stärker gegen ihren Schenkel und sie erwiderte meinen Druck mit noch größerem Druck.
Noch wenige Momente und die Boote würden so nahe sein, dass wir die Gesichter der Musiker würden erkennen können. Aber ich nahm dieses alles nur noch Schemenhaft wahr, obwohl ich mit nach außen groß scheinender Konzentration auf das Geschehen der Darbietung starrte. Nur so, das war mir klar, konnte niemand erahnen, welche hocherotischen Gedanken sich ihren Weg in mein Hirn bahnten. Zwischen ihrer und meiner Haut bildete sich eine leichte Feuchtigkeit, Der Druck, mit dem wir unsere Oberschenkel aneinander pressten wurde immer größer. Doch keiner wich auch nur einen Millimeter zurück. Ganz im Gegenteil!
Plötzlich berührten sich auch noch zusätzlich unsere Waden und setzten das oben begonnene Spiel in unteren Regionen fort. Es kostete mich große Konzentration, nicht lauter zu atmen. Denn vor meinem geistigen Auge begann ein Spielfilm abzulaufen. Es war, als bewegte ich mich aus meinem Körper heraus und es schien so, als ob ich mich aus einer entfernten Position selber beobachten könnte. Ich sah dieses attraktive dunkelhaarige Mädchen, wie es neben mir saß und ihr Bein hart an das meine presste. Sie hatte ihren Kopf in meine Richtung gedreht und blickte mich intensiv an. Sie schaute interessiert, so als wollte sie fragen: "Und was kommt jetzt?" Dann konnte ich beobachten, wie ich meinen Kopf langsam in ihre Richtung drehte. Unsere Augen trafen sich für einen intensiven Moment und ich erkannte, dass sie es wollte. Sie wollte es, jetzt und hier! Langsam ließ ich meine Hand in Richtung ihres Oberschenkels wandern und begann, ihn zärtlich zu streicheln. Zuerst berührte ich ihn außen, dann ließ ich meine Finger in Höhe des Knies zwischen ihre Beine gleiten. Es war leicht, denn der Druck ihres Schenkels war weiterhin meinem Oberschenkel gewidmet, sodass sie nicht gleichzeitig ihre Beine zusammenpressen konnte. Aber das schien sie auch gar nicht zu wollen. Denn als meine Fingerspitzen die weiche Haut der Innenseite ihres Schenkels berührten stöhnte sie sehr leise auf und rutschte ein kleines Stück nach vorn, Sie schob sich meiner Hand entgegen, als wollte sie forcieren, dass meine Finger ihren Venushügel schneller erreichen konnten. Ich spielte mit ihr. Ließ meine Hand an jener Stelle kurz hinter dem Knie verharren und wartete ihre Reaktion ab. Noch einmal rückte sie meinen Fingern ein Stück entgegen. Und ich ließ meine Hand nun langsam nach oben wandern, schob ihren Rock ein wenig zurück, sodass ich der Wärme ihrer Freudenspalte näher kommen konnte. Im selben Moment legte sie ihre Hand dorthin, wo sich meine Manneskraft mit großer Heftigkeit gegen den sie umwölbenden dünnen Stoff meiner Hose stemmte. Wir stöhnten beide innerlich auf. Ich, weil ihre Hand den fast unerträglichen Druck der mich einzwängte, noch grausam erhöhte, sie, weil meine Finger nun die Feuchtigkeit dessen berührte, was eigentlich durch einen dünnen Stoff hätte geschützt sein sollen.
"Kanon" von Johann Pachelbel ertönte nun laut und eindringlich durch die Höhle.
Dann war plötzlich Totenstille. Der letzte Ton war verklungen. Das Schauspiel war zu Ende. In jeder Hinsicht. Oder besser gesagt, in fast jeder Hinsicht. Denn noch immer pressten wir unsere Schenkel hart gegeneinander. Es dauerte noch einige Sekunden, bis ich aus meiner Traumwelt vollständig erwachte. Und meiner erotischen Gespielin schien es ebenso zu gehen. Erst langsam entwich der Druck. Entwich von beiden Seiten parallel. Noch einmal ein kurzes Aufbäumen. Und dann waren wir vollständig voneinander getrennt.
Wir standen auf. Es war gut, dass die Höhle weiterhin nahezu in Dunkelheit getaucht war, denn die Spannung, die sich in meiner Hose gesammelt hatte, war noch deutlich zu sehen und brauchte einige Zeit, bis sie endlich nachließ. Wir mussten uns in Richtung des Sees bewegen, um uns dem Ausgang zu nähern, sodass es nicht notwendig war, mich nach rechts zu drehen und einen Blick auf jene Person zu werfen mit der ich soeben dieses intensive erotische Erlebnis hatte. Ich wollte es auch nicht. Zwei Reihen weiter sah ich jenes dunkelhaarige Mädchen, das ich eigentlich unmittelbar hinter mir und zuvor neben mir erwartet hatte. Sie war es also nicht gewesen. Nun zu erfahren, wie meine "Gespielin" tatsächlich aussah, hätte - abhängig von der präsentierten Realität - meine Illusion zerstören können.
So verließ ich die Höhle zusammen mit meiner Frau, ohne dass sie ahnte, dass ich sie kurz zuvor in ihrem Beisein ein ganz kleines bisschen mehr, als in meiner Phantasie betrogen hatte. Heftige Hitze schlug uns entgegen. Ich ließ meinen Blick nach einiger Zeit über die Gesichter hunderter anderer Besucher wandern. Wer konnte es gewesen sein?! Ich würde es nie erfahren.
Zurück in der Ferienanlage hatten meine Frau und ich Sex. Intensiv, wie selten zuvor. In mir hatte sich einiges aufgestaut, das ich zur Entladung bringen musste. So profitierten wir beide von diesem Erlebnis. Und vielleicht haben an diesem Tag ja noch weitere Personen von diesem ungewöhnlichen Abenteuer profitiert.
Dieses ist eine wahre Geschichte. Genau so hat sie sich zugetragen!
Und sollte jene Frau, die mit mir dieses intensive Erlebnis im Sommer 1995 (oder kurz davor oder kurz danach) auf Mallorca geteilt hat, diesen Text lesen, so möchte ich sie bitten, mit mir Kontakt aufzunehmen. Es wäre schön, etwas gedanklich miteinander teilen und beenden zu können, was vor vielen Jahren in einer von einfachen Berührungen entfachten Phantasie begonnen hat.
Manni T. 2007
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