~~
PhantasieRaumHaus Ralf Theinert

Abendstimmung am Atlantik

Eben noch erfüllte Leben
diesen endlos weiten Strand,
erhaschten Körper Sonnenstrahlen,
durchwühlten Kinder heißen Sand,
versuchten Mensch und See die Einheit
in des Meeres Wellenpracht,
umspielten sanfte Meereswinde
rauher Klima Gräser sacht.

Jetzt vertreibt die Abendbrise
der Mittagshitze sengend' Glut,
verweht der Körperöle Düfte,
verscheucht die lärmend' Menschenflut.
Verbrennt nicht mehr manch' heißes Sandkorn,
den ungeschützten nackten Fuß,
winkt jede schäumend weiße Welle
den Flüchtenden als Abschiedsgruß.

Jetzt verbleiben nur Genießer,
verfolgend sinnbetörend' Ziel,
woll'n seh'n der Sonne täglich Sterben,
erahnen der Gezeiten Spiel.
Und die Sonne, grad' noch blendend
Augen durch ihr grelles Licht
ist ein gelber Ball geworden,
hängt am Himmel müd' und schlicht.

Unaufhaltsam sinkt sie nieder,
Stück für Stück in einem Fluß,
nähert sich den dunklen Fluten,
bis zum Elementen-Kuß.
Und mit weichen warmen Farben
steigt ein Fest am Horizont
wie ein stummes Feuerwerk,
das in uns'ren Herzen wohnt.

Jeder kleinste Wellenwipfel
ist ein schillernd Funkelberg.
Monumentenhaftes Zeugnis
eines höh'ren Wesens Werk.

Und es ist ein Rausch der Sinne,
jede Faser involviert,
wenn der körnig kühle Sand
streichelnd uns're Haut berührt,
wenn die salzgeschwängert' Luft
tief in Nas' und Mund eindringt
und das dumpfe Meeresrauschen
schmeichelnd in den Ohren klingt.

Immer tiefer dringt das Feuer
in die rauhen schwarzen Fluten,
Meer verfärbt sich dunkelrot,
als würd' der Tag in ihm verbluten.
Dann, vom einstmals stolzen Ball,
ist ein Zipfel noch zu sehn.
Füllt das Herz mit wundem Schmerz,
Sekunden noch, dann wird sie gehn.

Und es bleibt die bange Frage:
"Wird sie morgen wieder scheinen?
Steh'n am Himmel hell und klar,
wird sie lachen oder weinen?
Wird an jenem neuen Tag
unser Schicksal freundlich leiten,
oder hinter grauen Schleiern
Schicksalsschläge nur begleiten?"

Nur diffuses Schummerlicht
hält noch auf die Dunkelheit,
eh die Nacht legt auf uns nieder
frostig kühles schwarzes Kleid.
Und der Abendwind treibt rauh
Schauer über nackte Haut,
kühlt in uns die lodernd' Hitze,
die der Tag hat aufgestaut.

Als wir uns zum Gehen wenden,
tobt das Meer in finst'rer Wut.
Was vor Stunden wichtig schien,
schwämmt hinfort die stolze Flut.
Alles ist jetzt abgefallen,
verweht des Alltagslebens Pein
und der Spruch wird tiefste Wahrheit:
"Hier bin ich Mensch,
hier kann ich's sein".

Müde Körper wandern heimwärts,
jeder Mensch ein dunkler Berg.
Monumentenhafte Zeugen
eines höh'ren Wesens Werk.


Ralf Theinert 1995





Menü


sonstiges



Unser Phantasie-
Forum

Eingang zum Forum des PhantasieRaum

PR auf YouTube

Der PhantasieRaum auf YouTube

Unsere PhantasieBlogs

Das Ruhrgebiet

Restaurants
Rezepte

Märchen und
Fabeln

Fun und Reisen

Schalke Blog


Unser
E-Card-Service



Ägypten

Ägypten Reisen

Ägypten Reisen



Ägypten im Web

Nilkreuzfahrt Reisebericht

Ägypten Bilder

Nilkreuzfahrtschiffe