"Ich schenk' Dir eine Rose,"
beginn' ich mein Gedicht,
doch wie es einmal endet,
das weiß ich jetzt noch nicht.
Ich finde keine Worte,
kein schöner Vers gelingt
und suche nach dem Strohhalm,
der mich jetzt weiterbringt.
Vielleicht ein bißchen "Liebe",
das kriegt man meistens hin.
Nein - nach geheuchelt' Herzschmerz
steht mir heut' nicht der Sinn.
Wie wär's denn dann mit Totschlag
und Raub und Mord und Blut?
Auch wenn ihr's gerne hörtet,
dazu fehlt mir der Mut.
Schreib' etwas mit Erotik,
voll Sex, so denk' ich mir.
Und lüstern wird die Feder,
die ich in Händen führ'.
Doch lüstern werd' auch ich nun,
drum lösch' ich jetzt das Licht.
Das einfachste Gedicht
gelingt mir heute nicht.
Ralf Theinert 1996
Bild von: © Ralf Theinert
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